Leistungserbringer
Auch bei wolkenverhangenem Himmel fliesst bei der Borner Mechanik AG in Etziken im Kanton Solothurn Strom vom Dach in den Betrieb. Das ist relevant für das Unternehmen, das hochpräzise Metallteile für den Maschinenbau, Motorenbau, die Pharmaindustrie und die Medizintechnik produziert. Denn entsprechend hoch ist der Energiebedarf. «Wenn eine unserer grossen Maschinen anläuft, braucht sie auf einen Schlag sehr viel Strom», sagt Geschäftsführer Roman Borner. «Und genau diese Spitzen kosten richtig Geld.»
Hohe Peaks, hohe Kosten
Als die Borner Mechanik AG eine PV-Anlage auf dem Dach installieren liess, war auch bereits eine Speicherlösung geplant. «Ich habe monatlich rund 2500 Franken allein für Leistungsspitzen bezahlt», sagt Borner. «Wenn ich diese nur schon halbieren kann, rechnet sich eine solche Investition sehr schnell.»
Gemeinsam mit der Solstis von BKW Building Solutions entschied sich das Unternehmen deshalb für den Bau eines Batteriespeichers. Ziel war es, den Eigenverbrauch zu erhöhen und Lastspitzen zu kappen – also genau jene Momente abzufedern, in denen Maschinen besonders viel Leistung abrufen.
Keine Lösung von der Stange
Für Marc Häfliger und Felipe Julian Barbero, die das Projekt bei Solstis verantworteten, war schnell klar: Standardlösungen gibt es bei solchen Projekten nicht. «Jeder Betrieb hat ein eigenes Lastprofil», erklärt Häfliger. «Wir analysieren sehr genau: Wann wird wie viel Strom benötigt? Wo entstehen Spitzen? Und wie gross muss der Speicher sein, damit er einen echten Nutzen bringt?» In Etziken fiel die Entscheidung bewusst auf eine Lösung, die bei Bedarf erweitert werden kann. «Das ist auch eine finanzielle Frage», sagt Häfliger. «Man muss nicht alles auf einmal bauen. Aber man sollte von Anfang an sauber planen.»
Win-win-win-Situation
Im Alltag greifen PV-Anlage, Batterie und Betrieb nun nahtlos ineinander. Im Betrieb wird Strom zuerst aus der eigenen PV-Anlage und dem Speicher genutzt, erst danach aus dem Netz. Also eine Win-win-Situation. Doch es kommt noch ein weiteres «Win» hinzu. Roman Borner kann nun überschüssigen, respektive gespeicherten Strom auch verkaufen. Das nennt sich «Restleistungsvermarktung». «Die Unternehmen können diesen Strom an den Energiemärkten anbieten und so zusätzliche Erlöse generieren», sagt Häfliger.
Was einfach klingt, ist technisch anspruchsvoll. «Die grösste Herausforderung ist die Datenkommunikation», sagt Barbero. «Wir müssen die Daten der PV-Anlage, der Batterie und des Gebäudeverbrauchs zusammenführen, visualisieren und steuern.» Hinzu kommt die Vermarktung: Das System muss jederzeit wissen, wie viel Strom produziert, gespeichert, verbraucht oder verkauft werden kann. «Dieses perfekte Zusammenspiel erreichen wir dank dem sogenannten BatteryFlex von Solstis.»
Spürbarer Effekt im Betrieb
Von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage dauerte es nur rund drei Monate. Seit Dezember 2025 ist sie in Betrieb. Die Effekte waren bereits nach wenigen Wochen messbar. «Trotz des trüben Winters verzeichneten wir schon im ersten vollen Monat nach der Inbetriebnahme rund ein Drittel weniger Stromverbrauch», sagt Borner. Die Lastspitzen konnten um rund 25 Prozent gesenkt werden. Roman Borner ist auch Nachhaltigkeit wichtig. «Die Solaranlage war für mich etwa fünfzig Prozent Ökologie, fünfzig Prozent Wirtschaft. Der Speicher hingegen ist rein wirtschaftlich motiviert.»
Investition mit Perspektive
Mit 16 Mitarbeitenden, amortisierter Hypothek und langfristiger Perspektive denkt Borner bereits weiter. Im Sommer soll überschüssiger Solarstrom künftig auch für eine Klimaanlage genutzt werden. Eine konstante Temperatur in der Betriebshalle ist wichtig für die Präzisionsarbeit. Langfristig plant er zudem eine Wärmepumpe statt einer Gasheizung sowie zusätzliche PV-Module an der Südfassade des Gebäudes.
Sein Rat an andere KMU: «Auf jeden Fall machen. Bei den heutigen Strompreisen liegt der Return on Investment bei vier bis fünf Jahren. Solche Investitionen findet man sonst kaum.»
Beitrag zur Energiewende
Für die Solstis zeigen Projekte wie jenes in Etziken, wie wichtig kleinere Batteriespeicher für die Energiewende sind. «Sie helfen nicht nur dem Kunden, sondern auch dem Netz», sagt Barbero. «Wenn Lastspitzen abgefedert werden, muss das Netz weniger stark ausgebaut werden.» Lokale Vorgaben der Netzbetreiber würden dabei von Anfang an mitgedacht.
Auch wenn sich die Sonne an diesem Tag meist hinter Wolken versteckt: In Etziken wird deutlich, wie Unternehmen mit intelligenten Lösungen mehr aus ihrem eigenen Strom machen – und dabei Kosten senken, Flexibilität gewinnen und das Energiesystem entlasten.
Expertennetzwerk
Die BKW Building Solutions ist als Installations- und Technologieanbieterin mit ihrem Expertennetzwerk in der Lage, Kundinnen und Kunden mit Lösungen und Komponenten zu versorgen, welche aufeinander abgestimmt, individuell, miteinander kompatibel und stetig erweiterbar sind. Mit diesem Ansatz sind auch künftige Trends und veränderte Bedürfnisse kein Hindernis für einen erfolgreichen Übergang in eine umweltfreundlichere Zukunft.
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