Unter Strom für die Biodiversität

Gestufte Waldränder und blütenreiche Flächen schaffen neue Habitate für Tiere und Pflanzen. Wie Stromtrassen zu artenreichen Lebensräumen werden.

Stromleitungen: Grundlage für Ihre sichere Versorgung

Damit bei Ihnen zuhause jederzeit Strom verfügbar ist, braucht es ein starkes Netz im Hintergrund. Stromleitungen bringen den Strom zuverlässig direkt zu Ihnen und verlaufen dabei durch Quartiere, Dörfer, Städte, Felder und Wälder.

Für einen sicheren Betrieb gelten unter Hochspannungsleitungen klare Vorgaben. Bäume dürfen eine bestimmte Höhe nicht überschreiten, damit die Versorgung jederzeit gewährleistet bleibt. Deshalb werden diese Flächen regelmässig gepflegt und zurückgeschnitten, wodurch oft eher gleichförmige und artenarme Bereiche entstehen. 

Von Sicherheitskorridoren zu Lebensräumen

Genau hier setzen wir an: Unter Stromleitungen entstehen neue Chancen für die Natur. Statt die Flächen einheitlich freizuhalten, gestalten wir die Vegetation gezielt. Es entstehen abwechslungsreiche Strukturen mit niedrigen Sträuchern, blütenreichen Wiesen und lichten Waldbereichen. So schaffen wir wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

«Stromtrassen bieten ein enormes Potenzial für die Biodiversität. Mit gezielten Massnahmen können wertvolle Lebensräume entstehen und miteinander vernetzt werden. Entscheidend ist, dass ökologische Ziele konsequent mitgedacht und fachlich begleitet werden.»
Meret Halter, Biologin und Projektleiterin von Pro Natura Baselland

Im Pilotprojekt in den Kantonen Baselland und Solothurn entwickeln wir entlang der BKW-Leitungen genau solche vielfältigen Flächen. Dabei ist die Stromversorgung jederzeit sichergestellt.

Ein zusätzlicher Vorteil: Die Trassen verbinden bestehende Lebensräume miteinander und erleichtern Tieren und Pflanzen die Ausbreitung. Gleichzeitig wirkt die Landschaft natürlicher und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.

Gemeinsam mit starken Partnern vor Ort

Die ökologische Aufwertung von Stromtrassen gelingt am besten im Team. Deshalb arbeiten wir eng mit regionalen Partnern wie Pro Natura Baselland und der Forstbetriebsgemeinschaft Laufental Thierstein West und der Forstbetreib Schwarzbubenland zusammen.

Jeder bringt seine Stärken ein: Pro Natura mit Fachwissen zu Arten und Lebensräumen, die Förster mit ihrer Erfahrung vor Ort und wir mit dem Blick auf einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb.

«Für uns im Forstbetrieb ist wichtig, dass die Massnahmen vor Ort funktionieren. Wir kennen die Flächen und ihre Besonderheiten. Wenn ökologische Aufwertung und praktische Umsetzung zusammenpassen, entstehen Lösungen, die langfristig Bestand haben und zur Region passen.»
Gerhard Walser, Revierförster

Konkret entstehen zum Beispiel Ast- und Steinhaufen, Tümpel und Feuchtflächen, gestufte Waldränder sowie blütenreiche Wiesen und Strauchgürtel. Diese bieten Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen und werten gleichzeitig die Landschaft sichtbar auf. Insgesamt konnten so bereits über vier Hektaren Fläche ökologisch aufgewertet werden.

Zuverlässiger Strom und mehr Biodiversität – Hand in Hand

Ökologisches Trassenmanagement bringt Vorteile für alle. Die Pflege wird planbarer und kann langfristig effizient umgesetzt werden. Gleichzeitig profitieren Mensch und Natur. Bestehende Stromtrassen werden so genutzt, dass neue Lebensräume entstehen, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen.

«Mit dem ökologischen Stromtrassenmanagement zeigen wir, dass Betriebssicherheit und Naturschutz Hand in Hand gehen können. So sichern wir die Stromversorgung und leisten gleichzeitig einen sichtbaren Beitrag für eine intakte Umwelt, heute und für kommende Generationen.»
Elena Knezevic, Sustainability Managerin BKW Power Grid