Ein totaler Stromausfall wäre die ultimative Herausforderung

Ob ein Ast auf eine Leitung fällt oder es zu einem grossflächigen Stromausfall kommt: Die Zentrale Leitstelle (ZLS) der BKW setzt alles daran, die Stromversorgung jederzeit sicherzustellen. Juan Pablo Fernandez gibt Einblick in seinen Alltag in der ZLS.

FLASH!: Pablo, was genau sind eure Aufgaben in der Zentralen Leitstelle?

Pablo: Wir überwachen und steuern das Verteilnetz der BKW. Unsere Aufgabe ist es, die Versorgung jederzeit sicherzustellen – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wenn eine Störung auftritt, reagieren wir sofort und koordinieren die Behebung. Manchmal klappt das mit einer Schaltung direkt aus der Leitstelle, manchmal müssen wir in den Regionen eine Person aufbieten, die sich die Sache vor Ort anschaut – etwa wenn ein Baum oder Ast auf eine Leitung gefallen ist. Und manchmal braucht es dann die Reparaturteams.

FLASH!: Wie sieht ein typischer Arbeitstag in der ZLS aus?

Pablo: Wir beginnen mit einer Schichtübergabe und besprechen mit den Dispatchern aktuelle Meldungen sowie geplante Arbeiten im Netz. Während der Schicht überwachen wir auf unseren Monitoren laufend die Netzdaten und begleiten Schaltungen. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Mitarbeitenden im Feld und nehmen laufend per Telefon Meldungen zu Störungen entgegen.

FLASH!: Was wäre das herausforderndste Ereignis, das auf euch zukommen könnte?

Pablo: Ein Blackout, ein grossflächiger Stromausfall, wäre die ultimative Herausforderung. Ziel ist es, auch in einem solchen Fall das Netz schnell wieder hochzufahren und die Versorgung wiederherzustellen. Wir simulieren regelmässig solche Ereignisse und den Umgang mit ihnen, damit wir für den Ernstfall bereit sind.

FLASH!: Während einiger Wochen pro Jahr bist du Pikettingenieur. Was bedeutet das konkret?

Pablo: Bei grösseren Störungen oder Engpässen im Stromnetz bin ich als Pikettingenieur da, um die Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. In diesen Wochen bin ich auch ausserhalb der regulären Arbeitszeiten erreichbar und einsatzbereit, falls im Stromnetz eine grössere Störung auftritt. Innert einer Stunde muss ich von meinem Wohnort im Freiburgischen im Büro sein, auch wenn es mitten in der Nacht ist.

Juan Pablo Fernandez ist gebürtiger Spanier und wohnt in Chénens im Kanton Freiburg. Der 45-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Das Stromnetz ist seine Leidenschaft, manchmal checkt er auch in der Freizeit, ob im Verteilnetz der BKW alles in Ordnung ist.

FLASH!: Was ist deine Aufgabe, wenn du nicht als Pikettingenieur im Einsatz bist?

Pablo: Neben dem Pikettdienst bin ich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen zuständig für die Spannungshaltung im Übertragungsnetz. Wir entwickeln unsere Systeme so, dass sie das Stromnetz teilweise automatisch regeln können, und unterstützen damit unsere Dispatcher. Dabei kommt mir zugute, dass ich elf Jahre bei Swissgrid gearbeitet habe, die in der Schweiz das Übertragungsnetz betreibt.

50 Jahre Mühleberg – ein neues Kapitel für das Herz des BKW Stromnetzes

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Nach über 50 Jahren Betrieb ist die Zentrale Leitstelle (ZLS) der BKW im Juni 2025 von Mühleberg weggezogen. Der Umzug des Herzstücks des BKW Stromnetzes war ein Kraftakt – geprägt von sorgfältiger Planung, technischer Präzision und grossem Teamgeist. Ein Rückblick auf 50 Jahre Erfahrung, Teamzusammenhalt und unermüdlichem Einsatz für ein leistungsfähiges Stromnetz.