Vernetzte Planung für heute und morgen

Marisa Zengerle plant das Stromnetz dort, wo Menschen es täglich nutzen: in Quartieren und Dörfern. Ihr Arbeitstag zeigt, wie viel Weitblick nötig ist, damit die Energiezukunft zuverlässig funktioniert.

«Ich schätze es, Teil eines grossen Ganzen zu sein und die Energiezukunft mitzugestalten »

Morgen: Blick in die Zukunft

Der Arbeitstag von Marisa beginnt mit einem Blick in die Zukunft. Als Ingenieurin in der Netzentwicklung mit Verantwortung für die Niederspannung plant sie das Stromnetz in den Quartieren und Dörfern – genau dort, wo Haushalte ihre Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen anschliessen und ihre Elektroautos laden. «Viele Menschen nehmen das Stromnetz kaum wahr, dabei ist es die Grundlage unseres Alltags», sagt sie. «Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass das Stromnetz heute und in 40 Jahren alle Anforderungen erfüllt.»

Mittag: spürbarer Wandel

Erneuerbare Energien und neue Verbraucher verändern die Anforderungen an das Stromnetz kontinuierlich. «Wir müssen heute verstehen, wie unsere Kundinnen und Kunden das Stromnetz morgen nutzen werden», erklärt Marisa beim Mittagessen. «Denn Netzelemente, die wir heute verbauen, bleiben bis zu 40 Jahren in der Erde. Verlässliche Prognosen sind deshalb entscheidend für einen effizienten Netzausbau und helfen, unnötige Ersatzinvestitionen vor Ablauf der Lebensdauer zu vermeiden.»

Nachmittag: Handlungsbedarf erkennen

Mit Berechnungen und Simulationen erstellt sie Prognosen und bewertet Entwicklungen in der Energiebranche. Wo entstehen neue Belastungen? Wie stark steigt der Strombedarf? Und welche Massnahmen sichern die Versorgung langfristig? So erkennt sie, wo Handlungsbedarf entsteht, und kann daraus ableiten, wo Kabel verstärkt oder Transformatoren installiert werden müssen. «Es geht darum, die richtigen Entscheidungen frühzeitig zu treffen. Gemeinsam als Fachteam bündeln wir unsere Expertise und entwickeln das Netz gezielt weiter.»

Abend: motiviert für den nächsten Tag

Die gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit begeistert Marisa. «Ich schätze es, Teil eines grossen Ganzen zu sein und die Energiezukunft mitzugestalten », sagt sie. Am Ende des Tages ist vieles geplant und berechnet – oft unsichtbar, aber mit spürbarer Wirkung. Zufrieden steigt sie auf ihr Velo und fährt nach Hause mit dem guten Gefühl, dass das Netz im Quartier einen Schritt weiter in Richtung Energiewende ist.

Seit Oktober 2023 ist Marisa als Ingenieurin in der Netzentwicklung bei der BKW tätig. Sie lebt in einer Gross-WG in der Berner Altstadt und schätzt das lebendige Zusammenleben. In ihrer Freizeit geniesst sie Velofahrten, Wanderungen und Musik – sei es im Chor, mit der Querflöte oder an Konzerten.